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Umweltschutz im Betrieb – Was gehört dazu?
Herausforderung betrieblicher Umweltschutz

Umweltschutz im Betrieb: TANDEM-Piazza, der Marktplatz für den Arbeitsschutz, informiert
Umweltschutz im Betrieb: TANDEM-Piazza, der Marktplatz für den Arbeitsschutz, informiert

Bei der Reform des Betriebsverfassungsgesetzes im Juni 2001 wurde erstmals auch der Umweltschutz als Aufgabe des Betriebsrates verankert. Diese neuen Informations- und Mitwirkungsrechte haben dazu geführt, dass sich neben den Arbeitgebern vermehrt auch Beschäftigte eines Betriebes mit Umweltmanagement, Umweltbetriebsprüfungen ("Öko-Audits" ) und komplexen Fragen der schadstoffbedingten Umwelt- und Gesundheitsbelastung in der Arbeitswelt auseinandersetzen. Ansonsten ist der Umweltschutz im Betrieb eng mit dem Arbeitsschutz verankert, denn: Was Umweltschutz ist, ist auch oft Arbeitsschutz, und umgekehrt. Geht es zum Beispiel um den Umgang mit Gefahrstoffen, wie etwa die Absaugung oder die Regulierung von Chemikalien im Zusammenhang mit REACH, nutzt das nicht nur den Beschäftigten, sondern auch der Umwelt.

Die Reichweite der Bezeichnung "Umweltschutz im Betrieb" ist also nicht eindeutig einzugrenzen, berührt sie doch zugleich die allgemeine Beurteilungspflicht der Arbeitsbedingungen nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG), die Regelungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) – z.B. bezüglich der Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln –, die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) als auch Aspekte wie die Umweltbetriebsprüfungen nach EMAS (auch "EG-Öko-Audit") oder ISO 14001 zum Umweltmanagement, die zusätzlich die Auswirkungen der Umweltbelastungen außerhalb des Betriebes mit einbeziehen.


Aspekte für eine saubere Arbeitswelt

"Umweltschutz im Betrieb" lässt sich grob auf folgende Bereiche eingrenzen:

  • Erfassung von Gefahrstoffen im Betrieb (Messung, Kennzeichnung ...)
  • Steuerung von Umweltschutzmaßnahmen (Umweltmanagement im Arbeitsprozess)
  • Sammlung, Sortierung und Entsorgung von Abfällen, Abwässern und Gefahrstoffen
  • Vermeidung von Abfall und das Recycling von Wertstoffen
  • Der sichere Umgang mit Gefahrstoffen
  • Luftreinhaltung und Lärmschutz
  • Methoden und Mittel zur Reinigung

 

Eine Vielfalt an Angeboten

Mit speziellen Messgeräten können zunächst Umweltgefährdungen im Betrieb erfasst werden (z.B. Gasanalyse, Leckagesysteme, Wasseranalyse). Hilfreich sind auch eine Reihe von Dienstleistungen – von der Schadstoffanalyse über betriebliche Beratungen und Seminare zum Thema Umweltschutz und Umwelttechnik bis hin zu professioneller Systemtechnik und Prozesstechnik (Abfallmanagement, Kreislaufwirtschaft, Energie- und Versorgungswirtschaft).

Der nächste Schritt ist die fachgerechte Sammlung, Sortierung und Entsorgung von Abfällen, Abwässern und Gefahrstoffen. Hierfür stehen für jede Situation eine Vielzahl von Abfallbehältern, Abfallpressen, Abfallpackern und Abfallzerkleinerern zur Auswahl. Die Abfallentsorgung muss nach Stoffen getrennt erfolgen (Altöl, Bioabfall, Chemikalien, Elektronik, Glas, Holz, Kunststoffe, PCB-haltige Abfälle, Schrott, Sonderabfälle usw.). Bereits im Arbeitsprozess sind spezielle Bindemittel für Chemikalien, Öl und andere Schadstoffe von Bedeutung.

Am Besten ist es natürlich, wenn Abfall durch eine kluge Kreislaufwirtschaft gar nicht erst entsteht. Für das Recycling von Wertstoffen (Glas, Holz, Kunststoff, Metalle, Paletten, Papier usw.) sowie für den Einsatz von Produkten aus recyceltem Material gibt es inzwischen viele Anbieter.

Auch der sichere Umgang mit Gefahrstoffen muss organisiert werden. Behälter, Entnahmesysteme, Pumpen und spezielle Lagereinrichtungen für Gefahrstoffe sind in vielen Fällen vorgeschrieben. Aus Gefahrstoffdatenbanken und Verordnungen sowie in speziellen Seminaren erhält man die nötigen Informationen. Zu diesem Bereich gehören auch alle Maßnahmen zur Luftreinhaltung sowie der Strahlenschutz. Mit Absauganlagen, Abscheidern, Be- und Entlüftungsanlagen, Entstaubungs- und Filteranlagen sowie Schutz- und Reinräumen sorgen Sie nicht nur für die Sicherheit Ihrer Arbeitnehmer, sondern auch für eine gesunde Umwelt. Auch der Lärmschutz ist ein Aspekt des Umweltschutzes. Mit lärmmindernder Arbeitsplatzausrüstung, Dämm-Materialien und Lärmschutzräumen können schalldruckbedingte Gesundheitsschäden vermieden werden.

Ein weiterer wichtiger Bereich für Betriebe ist die Reinigung von Arbeitsbereichen, Maschinen und Arbeitsmitteln. Industrie-Reinigungsmittel, Hochdruckreiniger, Maschinen- und Teilewäscher, Öltrennförderer, Filterreinigungen, Kühlmittelreinigungen sowie Wasserreinigungs- und Aufbereitungsanlagen sorgen in Kombination mit der passenden Abfall- und Schadstoffentsorgung für einen sauberen und umweltfreundlichen Arbeitsplatz.

Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass nach der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) der Arbeitnehmer für die Reinigung der Arbeitsmittel oder den Austausch von Filtern am Arbeitsplatz verantwortlich ist. Eine entsprechende Schulung ist deshalb dringend erforderlich und vorgeschrieben!

Hilfe bei Fragen zum Umgang mit Gefahrstoffen erhält man bei den Berufsgenossenschaften oder bei der Gewerbeaufsicht. Umweltbeauftragte eines Betriebs können ihre Kompetenz für ein eigenständiges Umweltmanagement auch über eine Vielzahl an Fachliteratur, Gesetzessammlungen, Software und Datenbanken erweitern.

Legen Sie hohen Wert auf umweltfreundliche Arbeitsplätze – zur Sicherheit Ihrer Mitarbeiter und unserer Umwelt zuliebe!

Weiterführende Links:


Betrieblicher Umweltschutz mit Um-weltmanagementsystemen (PDF, LFU Bayern) (pdf-Download)

Checkliste Umweltschutz (www.betriebsrat.com)

Umweltschutz: Gesetze (BGHM)

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