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Persönliche Schutzausrüstung (PSA)
Was Sie brauchen. Worauf Sie achten müssen.

Fachbeitrag zu Persönlicher Schutzausrüstung auf TANDEM-Piazza
Fachbeitrag zu Persönlicher Schutzausrüstung auf TANDEM-Piazza

Beim Stichwort "Arbeitsschutz" denken die meisten Menschen spontan an Arbeiter mit Schutzhelmen und Sicherheitsschuhen oder an Laborarbeiter mit Schutzbrillen, Atemschutzmasken, Schutzkittel und Schutzhandschuhen. Das verwundert nicht, denn die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gehört zu den wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen gegen Gesundheitsschäden bei belastenden oder gefährlichen Arbeiten.

Persönliche Schutzausrüstungen werden in den gesetzlichen Unfallverhütungsvorschriften (z.B. DGUV-Regel 112-189 "Einsatz von Schutzkleidung", DGUV-Regel 112-198 "Einsatz von PSA gegen Absturz") in drei Sicherheitskategorien eingestuft:

  • Kategorie I: Gegen geringfügige Risiken (Handschuhe, Sonnenbrillen).
  • Kategorie II: Gegen mittlere Risiken, die ernste Verletzungen zur Folge haben (Schutzbrillen, Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Schweißeranzug).
  • Kategorie III: Gegen tödliche oder nicht mehr rückgängig zu machende Schäden (Atemschutzgeräte, Tauchgeräte, Absturzsicherungen, seit Inkrafttreten der neuen PSA-Verordnung im Jahr 2016 auch Gehörschutz, der vorher Kategorie II war).

Aber Achtung: Grundsätzlich ist das TOP-Prinzip anzuwenden! Bevor der Arbeitgeber das Tragen von PSA anordnen darf, muss er erst alle technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen ausgeschöpft haben. Die Rangfolge ist also: Technische - Organisatorische - Persönliche Schutzmaßnahmen.

Geregelt werden die Herstellung und die Benutzung von PSA in der PSA-Verordnung und in der PSA-Benutzungsverordnung (Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung per­sönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit ).


Es geht um Kopf und Kragen: Kopfschutz, Augenschutz, Gehörschutz, Atemschutz

Das Fehlen eines angemessenen Kopfschutzes ist eine der häufigsten Ursachen für tödliche Arbeitsunfälle. Neben Schutzhelmen dient auch Gesichtsschutz (Schutzvisiere), Nackenschutz und Ohrenschutz zur Vorbeugung mechanischer, chemischer oder klimatischer Schadenswirkungen am Kopf. Die DGUV-Regel 112-192 regelt die "Benutzung von Augenschutz und Gesichtsschutz", mit denen Schädigungen der Augen durch mechanische (Staub, Späne, Splitter), optische (UV-Licht, Laser), chemische (Säuren, Laugen) und thermische (Hitzestrahlung) Einwirkungen vermieden werden können.

Gehörschutz ist nach der Lärm- und Vibrations- Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) vorgeschrieben, wenn am Arbeitsplatz ein Lärmpegel von 85 dB(A) überschritten wird (Tagesexpositionspegel). Moderne Ohrenstöpsel können als individuell angepasster Gehörschutz (Otoplastiken) nach dem Ohr des Gehörschutzträgers geformt werden. Gehörschutzkapseln (auch Kapselgehörschutz oder Micky-Mäuse genannt), die mit Schutzbügeln am Kopf oder am Schutzhelm befestigt werden, können auch mit Kommunikationstechnik ausgestattet sein. Mit Atemschutz (Halbmasken, Viertelmasken und Vollmasken) verhindert man, dass Schadstoffe über die Atmung in den menschlichen Körper gelangen können. Atemschutzgeräte mit Sauerstoffflaschen werden z.B. bei Rettungseinsätzen verwendet.


Körper, Hände und Füße schützen: Schutzkleidung und Sicherheitsschuhe

Arbeitsschutzbekleidung wie Schutzjacken, Schutzwesten, Schnittschutzhosen, Schutzanzüge, Spritzmanschetten, Knieschützer, Warnkleidung und Wetterkleidung beugen Gesundheitsschäden vor und schützen vor Verschmutzung der persönlichen Kleidung. Hitzeschutzkleidung und -handschuhe aus hitzeabweisendem Material (z.B. Aluminium bedampft) nach ISO 11612, EN 407 und EN 388 schützen vor Verbrennungen durch offene Flammen, Funkenflug, heißen Gasen sowie vor Hitzestrahlung. Schutzhandschuhe schützen Hände also vor Hitze, Kälte, scharfen Kanten, Stichverletzungen, Stromschlägen oder hautschädigenden Stoffen (Säuren, Laugen) sowie vor Verschmutzung.

Aber Achtung: PSA ist nicht zu verwechseln mit Berufskleidung! Berufsbekleidung hat keine Schutzfunktion.

Auch die Füße müssen vor mechanischen und thermischen Schäden geschützt werden. Sicherheitsschuhe mit Sicherheitssohlen verhindern Rutschunfälle sowie das Durchtreten spitzer Gegenstände. Schutzkappen beugen Quetschungen der Zehen durch herabfallende Gegenstände vor. Sicherheitsschuhe werden in die Kategorien S1 bis S5 eingeteilt. S5 weist dabei den höchsten Schutz auf.


Geräte, die Leben Retten: PSA gegen Absturz und Personen-Notsignalgeräte

Absturzsicherungen und Höhensicherungsgeräte sind unter bestimmten Umständen schon ab 1 Meter Fallhöhe am Arbeitsplatz vorgeschrieben. Besonders für Dachbegehungen, Gerüstarbeiten, Wartungsarbeiten in Höhen, Rettungseinsätze usw. muss PSA gegen Absturz eingesetzt werden, die den Körper unmittelbar sichert: Auffanggurte, Haltegurte (Hüft-, Bein-, Bauch-, Schultergurte), Halteseile, Auffanggeräte wie Bandfalldämpfer und Fallstopp-Vorrichtungen, Anschlaghilfen, Abseilrettungsgeräte und Rettungsgurte können Leben retten. Wichtig ist, dass Absturzsicherungen optimal an Gewicht und Körpergröße der zu sichernden Person angepasst werden.

Bei Arbeitsplätzen mit besonderer Gefährdung sollten Personensicherungs- oder Personennotsignalgeräte eingesetzt werden. Diese tragbaren Signalgeber schlagen beim Ausbleiben einer Interaktion mit dem Geräteträger – z.B. bei Bewusstlosigkeit -– sofort Alarm in einer zentralen Personen-Notsignal-Anlage (PNA) und leiten damit den Rettungseinsatz ein. Personen-Notsignal-Geräte zählen allerdings nicht zur PSA.


Qualität setzt sich durch

Eine "Geiz ist geil"-Mentalität kann bei der Persönlichen Schutzausrüstung fatale Folgen haben. Es ist dringend zu empfehlen, die für die jeweilige Arbeitssituation bzw. Gefährdungslage passende Schutzausrüstung in geprüfter Qualität (CE-Kennzeichnung oder freiwillige Prüfzeichen, wie etwas das GS-Zeichen) anzuwenden. Veraltete oder verschlissene Ausrüstungen wie z.B. mechanische Schäden bei Schutzbrillen und Helmen, angegriffene Schutzhandschuhe (besonders bei Chemikalien) oder angerissene Auffangseile und Sicherungsgurte müssen umgehend erneuert werden.

Setzen Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter nicht aufs Spiel! Verwenden Sie bei der PSA ausschließlich Qualitätsprodukte, die auf der Basis jahrelanger Erfahrung entwickelt wurden.

Weiterführende Links:


Stärkere Kontrollen für Persönliche Schutzausrüstung (DGUV)

PSA-Benutzungsverordnung (BMAS)

Fachinformation PSA (IFA)

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